Anekdoten

Drei Anekdoten, am 21.3.2002 von Max von der Grün erzählt:



Ein Professor einer Universität, deren Name ungenannt bleibt, fragte Max von der Grün leicht süffisant, ob er denn Karl May gelesen habe. „Ja“, antwortete dieser, und auf die Nachfrage, wie viele Bände denn: „Vierzig! Und wenn er 80 geschrieben hätte, so hätte ich die auch gelesen!“ Wieder hakte der Professor nach, ob es ihm denn etwas gegeben habe. „Nein“, entgegnete Max von der Grün, „es hat mir etwas genommen – die Angst vor dicken Büchern!“




Als Kind zu Hause, im Fränkischen, stand in ihrer Wohnstube ein großer Kachelofen mit einer umlaufenden Bank. Zwei Plätze darauf waren stets reserviert, und keiner sonst setzte sich dorthin: der eine für die Katze, die sich sonst auf dem Sofa bequem gemacht und gehaart hätte, der andere war für den Großvater. Die Mutter arbeitete in der Porzellanfabrik und hatte für Max einen Zettel vorbereitet, was dieser nach der Schule im Haushalt tun solle: Stube fegen, Kartoffeln schälen usw. Wenn er alles erledigt hatte, setzte er sich zu dem Großvater auf die Ofenbank und las, die ganze Zeit, bis die Mutter kam. „Hast du schon wieder so viel Zeit verlesen!“ sagte sie dann zu ihm, aber der Großvater entgegnete: „Lass den Jungen nur, Margarete, wer weiß, wofür es gut ist.“



[Max von der Grün * Bödecker-Kreis-Vorsitzende Kruse * Schulleiter Stolze * Ministerin Erdsiek-Rave]


Der Schriftsteller Max von der Grün erklärt, wie ihm zehn Semester Germanistikstudium durch vierstündige Arbeit erspart geblieben sind:

Das erste Manuskript war vom Verleger angenommen worden, und Max von der Grün fühlte sich wie nach einem Lottogewinn. Aber der Verleger meinte: „Da ist noch zu viel Gestrüpp drin. Der Text muss durchlektoriert werden.“ Zu Hause schlug der junge Autor erst einmal im Duden nach, was das bedeutet. Gemeinsam setzten sie sich dann hin, wenn Max von der Grün nach der Schichtarbeit unter Tage nach Hause kam, und gingen das Manuskript durch. An einer Textstelle stirbt ein Kumpel, und der Lektor hatte die ganzen zweieinhalb Seiten darüber durchgestrichen. Jeder Autor verteidigt sein Werk, aber der Verleger ließ Max von der Grün die ererbte Familienbibel holen und Matthäus 27, Vers 15 aufschlagen und vorlesen. „Und er neigte sein Haupt und verschied“, stand da. „Und Sie brauchen dafür zweieinhalb Seiten?“, war die Lehre.

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